Mein Zeugnis

Mein Name ist Gunilla, ich bin 28 Jahre alt und schon seit einigen Jahren im Scala. In dieser Zeit habe ich eine ganz schöne "Wegstrecke" zurückgelegt. Ich freue mich über die Gelegenheit, meine Erfahrungen aus dieser Zeit mit euch zu teilen.

Ich hatte schon eine ganze Weile gespürt, dass irgendetwas "nicht stimmte", als ich anfing, dafür zu beten. Was das war, konnte ich gar nicht genau benennen, ich spürte nur, dass ich kaum zur Ruhe kam, ich tief in mir sehr traurig war, dass ich mich selbst gar nicht richtig spürte. In meinen Gebeten bat ich Gott, mir zu helfen, den Panzer um mein Herz weich zu machen. Ich erwartete, dass es bald zu einer positiven Veränderung kommen würde. Das Gegenteil war der Fall.

Gott führte mich in die Wüste. In der folgenden Zeit geschahen in meiner unmittelbaren Umgebung einige sehr, sehr belastende Dinge. In meinem Studium war ich zusätzlich sehr gefordert. Schleichend begann es, mir immer schlechter zu gehen. Über (Gottes) "Umwege" erhielt ich irgendwann die Diagnose "Depression". Das allein war hart zu akzeptieren, und es folgten Psychotherapie und Medikamente, mehrere Krankenhausaufenthalte. Es war ein harter Weg.

Ich hatte für Besserung gebetet, stattdessen ging es immer weiter ins Tal. Ich hatte Gottes Beistand erbeten, ich spürte nur Gottesferne. Ich hatte Heilung erwartet und erhielt düstere Prognosen. Viele, viele Menschen beteten für mich und ich hoffte, das müsse doch Besserung bringen; doch ich spürte keine. Mir wurde Gottes Beistand zugesprochen und ich fühlte nur Verzweiflung. Statt mich auf Gott verlassen zu können, haderte ich mit ihm. Ich betete um Besserung, bis ich es verzweifelt und wütend aufgab.

Was soll das, Gott? Ich weiß es nicht. Ich ahne, dass viele dieser Erfahrungen nötig sind. Habe viel über Gott und mich und unsere Beziehung gelernt. Habe viele falsche Vorstellungen über Bord werfen dürfen: Gott ist anders. Etliche dieser Erfahrungen würde ich nicht missen wollen, aber ich wünschte auch, ich hätte einige nicht machen müssen. Ich ahne, dass Gott mich trotzdem mit allem versorgt. 

Und jetzt? Ich bin (noch) nicht wieder vollkommen gesund. Vielleicht werde ich es auch nie. Bei meinem Durchwurschteln durch das alles bin ich Gott wieder näher gekommen und kann das genießen. Dafür bin ich ihm dankbar.

Wie es weiter geht, weiß ich nicht. Was Gott tut und mit mir vorhat, bleibt für mich unberechenbar. Auch wenn ich überhaupt nicht weiß, was kommt, und mir ziemlich sicher bin, dass mir etliches davon nicht gefallen und einiges abverlangen wird, bin ich mir sehr, sehr sicher:

Gott weiß, was er tut!

In diesem Sinne. Gunilla