Die Nachricht Gottes

Es war Anfang Mai 2009, uns ging es nicht so gut, meine Frau Marina hatte Probleme bei der  Arbeit. Dies belastete uns sehr. Aber ich war mir sicher, dass sich dieses Problem lösen würde. Doch es kam ganz anders und viel schlimmer, als wir uns das jemals hätten vorstellen können.

Als meine Frau Marina an einem Dienstagabend nach Hause kam, ging es ihr derart schlecht, dass sie sich sofort ins Bett legen musste. In den folgenden Tagen konnte sie nicht aufstehen. Ich war voller Hoffnung, dass es besser würde und verkannte die schlimme Gefahr, die über uns stand.

Die Ärzte gingen bei uns ein und aus, doch Besserung trat nicht ein. Ich flehte den Herrn an, doch erkannte nicht, dass ich besser auf meine Frau hätte hören sollen. Sie wollte, dass ich sie sofort ins Krankenhaus bringe. Die Ärzte hingegen taten alles als einen kleinen Infekt ab.

Erst als meine Frau ein riesiges Theater machte, lieferte man sie endlich, nach fünf Tagen, in die Uniklinik ein. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie schlimm es Marina tatsächlich stand. Ich war bester Hoffnung: Marina, die sonst so kerngesund war, könnte ja nichts Schlimmes passieren. Doch als man eine schwere Lungenentzündung diagnostizierte, fiel ich aus allen Wolken. Ich konnte es mir nicht erklären, da es keinerlei Vorzeichen gab.

Am nächsten Tag wurde Marina auf der Intensivstation verlegt. Der Chefarzt teilte mir mit, dass sie meine Frau ins künstliche Koma versetzen mussten, weil sie nicht mehr genügend Sauerstoff aufnehmen konnte. Da merkte ich, wie ich von allem überrollt wurde und wie schlimm es doch um meine Frau stand.

Ich schrie den lieben Gott an, wieso ich all das nicht früher gemerkt hatte.

Doch es kam alles noch schlimmer. Noch am gleichen Abend rief die Chefärztin an und bat mich sofort in die Klinik zu kommen. Sie erklärte mir, dass sich der Zustand meiner Frau sehr verschlechtert hatte und die Gefahr bestand, dass sie die Nacht nicht überleben würde.

Ich fuhr zu ihr und hatte furchtbare Angst. Dort angekommen nahm ich ihre Hand, weinte und betete. Ich sagte dem Herrn, dass doch Marina noch nicht gehen könne, ihre Mission auf diesem Planeten noch nicht zu Ende sei und ich mir nicht vorstellen könnte, dass mich Marina jetzt in dieser Situation verlässt.

Ich betete mit unserer besten Freundin die halbe Nacht. Am nächsten Morgen wurde Marina in eine Spezialklinik nach Leipzig geflogen; die Ärzte in Magdeburg konnten ihr nicht mehr helfen. Zwei Stunden nach der Verlegung rief mich Dr. Bercker an und sagte mir, dass sich ihre Lunge nun etwas erholte.

Dies war das Zeichen auf das ich gewartet hatte. Endlich hatte ich von Gott eine Nachricht erhalten. Für die nächsten drei Wochen lag Marina im Koma. Ihr Körper war an unzählige Maschinen angeschlossen; mehr schien man auf der Station nicht mehr gefunden zu haben. Es war noch ein langer und beschwerlicher Weg. Doch von da an ging es bergauf. Nach 10 Wochen konnte sie das Krankenhaus verlassen und weitere zwei Monate später wieder arbeiten.

Ich danke dem lieben Gott, dass ich mit meiner lieben Frau Marina noch sehr lange leben, lachen und so vieles erleben darf.

Euer Andreas Porzelle